In Berlin gingen Tausende Menschen auf die Straße, um eine umwelt- und tierfreundlichere Landwirtschaft zu fordern. Das Bündnis „Wir haben es satt“ sieht Rückschritte in der Agrarpolitik. Auch am Mercosur-Abkommen gibt es Kritik.
In Berlin demonstrieren rund 5.000 Menschen für eine umwelt- und tierfreundlichere Landwirtschaft. Das gab die Polizei am Samstag bekannt. Die Organisatoren sprachen von rund 8.000 Demonstranten. Außerdem stehen dort rund 40 Traktoren.
Kritik an Mercosur-Abkommen
Das Bündnis „Wir haben es satt“ wirft der Bundesregierung Rückschritte in der Agrarpolitik vor. Besonders kritisieren die Veranstalter, dass die geplante Landestierhaltungskennzeichnung erneut verschoben wurde – nun auf 2027. „Die schwarz-rote Bundesregierung betreibt eine Agrarpolitik von vorgestern und gefährdet unsere Zukunft. Wir erinnern sie an ihre Verantwortung“, sagte Jan Greve, Sprecher des Bündnisses. Nach Angaben der Polizei waren 9.000 Teilnehmer für die Demonstration angemeldet.
Das Bündnis will sich für mehr biologische und ökologische Landwirtschaft einsetzen. Dies wurde auch bei der Demonstration unter dem Motto „Bewegen Sie sich! Für eine nachhaltige Landwirtschaft weltweit“ zum Ausdruck gebracht. Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten in der Kritik. Das Abkommen erhöhe den Preisdruck für Landwirte auf beiden Seiten des Atlantiks, argumentierte das Bündnis.
Jahr der Frauen in der Landwirtschaft
Das diesjährige „Wir haben es satt!“ Die Demonstration findet im Rahmen des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft statt. In diesem Jahr sprachen bei der Kundgebung nur Frauen sowie nicht-binäre, Trans- und Agender-Menschen.
Am Morgen übergab ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen und Agrargruppen in Berlin eine Protestnote an das Landwirtschaftsministerium. Darin warnten sie vor der Wasserausbeutung durch Agrarunternehmen. Derzeit findet in Berlin die Grüne Woche statt, eine der wichtigsten Agrar- und Ernährungsmessen der Welt.
Die Demo findet parallel statt Grüne Woche anstatt.
Ausstrahlung: rbb24 Inforadio, 17.01.2026, 10:30 Uhr
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