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Deutsche Politiker fordern die Lieferung von Marschflugkörpern an die Ukraine. Beim Einschlag einer Rakete in der Stadt Dnipro sind nach ukrainischen Angaben mindestens neun Menschen verletzt worden. Die Entwicklungen im Liveblog.
Aus den Reihen von Opposition und Regierungsmehrheit werden Forderungen laut, der Ukraine auch deutsche Marschflugkörper zu liefern. Die Bundesregierung solle Kiew “sofort” Marschflugkörper vom Typ “Taurus” liefern, sagte CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter der “Welt am Sonntag”, dafür sprach sich auch FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber aus.
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, drängte Berlin ebenfalls zur Lieferung von “Taurus”-Marschflugkörpern. Das Bundesverteidigungsministerium bekräftigte unterdessen sein Nein zu deren Lieferung. “Wir zählen sehr auf deutsche ‘Taurus’-Raketen”, sagte Botschafter Makeiev der “Welt am Sonntag”. In Anspielung auf frühere Diskussionen in Deutschland über die Lieferung anderer Waffengattungen wie Kampfpanzer sagte Makeiev, er hoffe, dass wir “diesmal den Debattenteil verkürzen und damit mehr Menschenleben retten”.
Beim Einschlag einer russischen Rakete in der ukrainischen Stadt Dnipro im Zentrum des Landes sind nach ukrainischen Angaben mindestens neun Menschen verletzt worden. Wie der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko im Onlinedienst Telegram mitteilte, schlug die Rakete am Freitag in einem mehrstöckigen Wohnhaus im Stadtzentrum ein. Rettungskräfte seien vor Ort, fügte er hinzu.
“Derzeit wissen wir von neun Verletzten, darunter zwei Kinder”, erklärte Serhij Kruk, der Chef des staatlichen ukrainischen Notfalldienstes, auf Telegram. In Onlinenetzwerken und ukrainischen Medien verbreiteten Videos war zu sehen, wie Rauch aus den oberen Stockwerken eines schwer beschädigten Wohnhauses aufstieg und Trümmerteile auf dessen Hof herumlagen.
Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Dutzende Extremisten aus Deutschland sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine in das Kriegsgebiet gereist. Das teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage der “Welt am Sonntag” mit, wie die Zeitung berichtete.
Insgesamt hätten Sicherheitsbehörden Ausreisen von 61 Personen registriert, “die einen Extremismus-Bezug oder eine Verbindung zur politisch motivierten Kriminalität aufweisen”, zitiert die Zeitung das Ministerium.
Bei 39 Personen gebe es tatsächliche Anhaltspunkte dafür, dass diese “mit der Absicht zur Teilnahme an Kampfhandlungen” das Land verlassen hätten. Davon seien 27 pro-russisch und zwölf pro-ukrainisch orientiert.
Moskau hat nach eigenen Angaben eine ukrainische Rakete nahe der Grenze abgeschossen. Der Konzern Rheinmetall will bald Reparaturzentren für Panzer und anderes Militärgerät in der Ukraine in Betrieb nehmen. Die Entwicklungen vom Freitag zum Nachlesen.
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