Der französische Präsident Macron hat dem US-Präsidenten ein erweitertes G7-Treffen vorgeschlagen – unter Beteiligung Russlands und Dänemarks. Das geht aus einer privaten Textnachricht hervor, die Trump veröffentlichte.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark am Donnerstag in Paris vorgeschlagen.
Das geht aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump hervor, die der US-Präsident auf der Plattform Truth Social teilte. Der Élysée-Palast bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die Echtheit der Nachricht.
Trump hatte auf seinem Online-Sprachrohr Bilder veröffentlicht, die Textnachrichten von Macron zeigen sollten. Darin schlägt Macron ein Treffen der großen westlichen Industrienationen in Paris nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos vor. Nach Macrons Meinung sollten sich auch Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands anschließen.
Wiederbelebung der G8?
Trump wird am Mittwoch im Schweizer Alpenresort erwartet, wo er am selben Tag eine Rede halten wird. Aus den Nachrichten geht auch hervor, dass Macron Trump zum Abendessen in Paris eingeladen hat, bevor er nach Washington zurückfliegt.
Seit 1998 war Russland Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die damals G8 hieß. Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde Russland ausgeschlossen und die Gruppe wieder als G7 bezeichnet. Dazu gehören auch die USA, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und Deutschland.
Macron betont gemeinsame Ziele mit Syrien und Iran
Laut Macron-Vertrauten ist Frankreich entschlossen, die diesjährige G7-Präsidentschaft zu einem sinnvollen Beitrag zum Dialog und zur Zusammenarbeit zu machen. Hervorgehoben wurden Konflikte, in denen Frankreich mit den USA an einem Strang ziehen könne. In Syrien setzt sich Frankreich gemeinsam mit den Amerikanern für die Einheit und territoriale Integrität Syriens sowie die Einhaltung des Waffenstillstands ein und bleibt seinen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ treu. Im Iran fordert Frankreich von den iranischen Behörden die Achtung der Grundfreiheiten und steht denjenigen zur Seite, die sie verteidigen.
Macron stellte in privaten Textnachrichten an Trump fest, dass Frankreich und die USA über das künftige Vorgehen in Syrien „völlig einer Meinung“ seien. Auch im Iran könnten sie „Großartiges“ leisten.
„Verstehe nicht, was du in Grönland machst“
Gleichzeitig beklagte sich der französische Präsident in den veröffentlichten Nachrichten darüber, dass er nicht verstehe, was Trump in Bezug auf Grönland vorhabe. Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, die arktische Insel an die USA zu verkaufen – notfalls würde er sie annektieren, wie Trump betonte. Deutschland, Frankreich und andere Länder versammelten daraufhin Soldaten als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Aufklärungsmission nach Grönland entsandt.
Der US-Präsident kündigte dann am Samstag an, dass ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen NATO-Ländern. Damit will er den Widerstand gegen den Verkauf Grönlands an die USA brechen.
Bezüglich der US-Forderung nach Grönland sagten Macron-Vertraute, dass die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität der Staaten für Frankreich nicht verhandelbar sei und dass Frankreichs Engagement als NATO-Verbündeter für die Sicherheit in der Arktis unverändert bleibe. Kurz zuvor hatte Trump einen Blick auf Grönland geworfen Treffen der Beteiligten in Davos angekündigt.
Auch privat Rutte-Nachricht veröffentlicht
Trump veröffentlichte außerdem eine private Nachricht, die ihm Nato-Generalsekretär Mark Rutte zu den Gesprächen in Davos geschrieben hatte. Darin hieß es: „Herr Präsident, lieber Donald – was Sie in Syrien erreicht haben, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Ihre Arbeit dort, im Gazastreifen und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönlandfrage einen Weg nach vorne zu finden. Ich kann es kaum erwarten, Sie zu sehen. Ihr Zeichen.“
Eine Sprecherin des Verteidigungsbündnisses bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass die Nachricht authentisch sei.
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